eCall

eCall ist ein von der Europäischen Union geplantes automatisches Notrufsystem für Kraftfahrzeuge, das ab Oktober 2017 in allen neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen integriert sein muss. Mit diesen sollen schwere Unfallfolgen verringert werden.

Funktion

eCalleCAll ist ein von der Europäischen Union geplantes automatisches Notrufsystem für Kraftfahrzeuge, das ab Oktober 2017 in allen neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen integriert sein muss.

Die Rettungsleitstelleninfrastruktur soll europaweit spätestens bis zum 1.Oktober 2017 etabliert sein. Das Notrufsystem eCall gilt als Beschleuniger für den Einsatz von Telematik-Systemen im Automobil. Telematische Systeme machen es möglich, Fahrzeugdaten zu sammeln und auszuwerten, sowie Verbindungen zwischen den Autodaten und stationären Einrichtungen herzustellen.

Intention von eCall

Die Idee hinter eCall liegt darin, schwere Unfallfolgen zu verringern. Das Notrufsystem soll auch dann funktionieren, wenn keine Helfer in Reichweite sind oder die Fahrzeuginsassen nicht in der Lage sind, einen Anruf zu tätigen. 

Funktionen von Telematik-Systemen

Neben der eCall-Technik werden mit Telematik-Systemen weitere Sicherheits-Funktionen möglich, beispielsweise die Pannenhilfe bCall, aber auch eine breite Palette an Unterhaltungs- und Informationsdiensten. Dazu gehören unter anderem folgende Funktionen:

  • Routenführung
  • E-Mail
  • Web-Browsing
  • Nutzung von Social Media
  • Anzeige des nächstgelegenen Parkplatzes
  • Anzeige der nächstgelegenen Tankstelle

Zudem können Telematik-Systeme Ferndiagnosen stellen, vorbeugende Instandhaltungsarbeiten melden oder anzeigen, ob ein Service erforderlich ist. So ist es beispielsweise möglich, den aktuellen Status von Verschleißteilen zu melden und naheliegende Werkstätte zu empfehlen.

Datenübertragung per eCall

Im Falle eines schweren Autounfalls soll eCall selbsttätig die europäische Notfallnummer 112 wählen. Nach dem Anruf sollen folgende Daten satellitengestützt an die Notfalldienste übertragen werden:

  • die Fahrzeugdaten
  • der genaue Zeitpunkt des Unfalls
  • der Standort des Fahrzeuges
  • die Fahrtrichtung

eCall in der Kritik

Es gibt jedoch auch kritische Stimmen zu telematischen Systemen im Allgemeinen und eCall im Speziellen. Politiker und Datenschützer warnen vor einem möglichen Missbrauch. So könnten telematische Systeme beispielsweise zur Überwachung von Autofahrern missbraucht werden und ungefragt kontinuierlich Daten zu Standort, Fahrweise, Tempo oder Bremsverhalten sammeln.

Deshalb muss der Fahrer oder Fahrzeughalter frei entscheiden können, welches telematische System er einsetzt und was mit seinen Daten geschieht. Der Umgang mit Daten muss strengen datenschutzrechtlichen Maßstäben genügen.

Empfehlung der Experten

Experten warnen vor einer Monopolstellung. Sie befürchten, dass Telematik-Technologien wie etwa eCall hauptsächlich den Automobilherstellern zur Verfügung stehen, die ihre Systeme in erster Linie einsetzen werden, um eigene Services zu promoten.

Um diese Monopolstellung zu verhindern, fordern Experten, dass Telematik-Systeme offen bleiben müssen, um ihr ganzes Potenzial entfalten zu können. Einzelne Angebote dürfen nicht bevorteilt werden. Zudem erfordern Technologien wie Car-To-Car- oder Car-To-X-Kommunikation grundsätzlich offene Plattformen, um ihr ganzes Potenzial ausschöpfen zu können.

Sicherheit

Durch das Sicherheitssystem eCall rechnet die europäische Union mit 2.500 Menschenleben, die gerettet werden könnten. Zudem könnte die Anzahl der Schwerverletzten bei Verkehrsunfällen um 15% gesenkt werden.

Hersteller

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