Übersicht einblenden
Fensterheber
Bei modernen Fahrzeugen sind neben manuellen vor allem elektrische Fensterheber weit verbreitet. Letztere werden über Taster in den Türverkleidungen gesteuert. In der Regel sind in der Fahrertür Taster für die zentrale Steuerung aller Fensterheber im Fahrzeug untergebracht. Gelegentlich sind die Bedienelemente auch in der Mittelkonsole platziert.
Elektrische Fensterheber arbeiten nach vier Funktionsprinzipien:
1. Seilfensterheber
Bei dieser am weitesten verbreiteten Technologie wird eine Seiltrommel über einen Elektromotor mit Schnecken-/Stirnradgetriebe bewegt. An dieser Trommel sind zwei Enden eines Stahlseils so befestigt, dass bei einer Drehbewegung der Trommel das eine Ende auf- und das andere Ende abgewickelt wird. Das Zugseil zieht über einen Bowdenzug sowie Umlenkrollen die Fensterbefestigung, die in einer Führungsschiene läuft, rauf oder runter. Das Seilende ohne Zug wird parallel wieder auf die Trommel aufgewickelt.
2. Doppelt geführte Seilfensterheber
Die Funktionsweise entspricht derjenigen des Seilfensterhebers, jedoch ist dieses System mit einer zweiten Führungsschiene ausgestattet. Der doppelt geführte Seilfensterheber ist die neueste und innovativste Technologie.
3. Scherensystem
Bei diesem Prinzip wird die Scheibe durch zwei scherenförmig angeordnete Hebe-Arme bewegt, die durch Stellmotoren angetrieben werden. Bei „geschlossener“ Position der Scherenarme wird die Scheibe in die höchste Position gedrückt. Öffnet sich die „Schere“, gleitet die Scheibe nach unten.
4. Kabelsystem
Dieses System wird überwiegend für industrielle Fahrzeuge und rückwärtige Scheiben eingesetzt. Hierbei übernimmt ein einzelnes Kabel, das über einen zentralen Motor bewegt wird, die Einstellung der Scheibenposition.
Elektrische Fensterheber sind bei neueren Fahrzeugen mit so genannten „Komfortfunktionen“ ausgestattet. Hierzu zählen:
• Automatisches vollständiges Auf- und Abfahren des Fensterhebers durch einmaliges Aktivieren des Schalters
• Kopplung der Fensterheber-Funktion an die Zentralverriegelung: Wird das Auto abgeschlossen, schließen automatisch alle zuvor geöffneten Fenster.
• Sicherheitsfunktionen wie zum Beispiel der „Einklemmschutz“
Der „Einklemmschutz“ ist die wichtigste Sicherheitsfunktion bei einem Fensterhebersystem. Dieser stellt sicher, dass weder Gegenstände noch Körperteile beim Schließvorgang eines Fensters zwischen Türrahmen und Scheibe eingeklemmt werden. Bei einfacheren Systemen wird dies mechanisch über eine Rutsch- bzw. Reibkupplung realisiert. Vor allem elektronische Fensterheber mit Komfortschließung sind mit einer komplexeren Sicherheitsfunktion ausgestattet. Diese veranlasst bei Registrierung eines Widerstands während des Schließvorgangs eine automatische Umkehr der Fensterbewegung und damit die sofortige Öffnung des Fensters. Hierfür sorgt in der Regel eine Elektronik, die direkt am Motor angebracht ist und einen etwaigen Widerstand durch einen eingeklemmten Gegenstand erkennt.
Fensterheber neuerer Fahrzeuge sind zuverlässige Produkte. Falls ein Defekt auftritt, betrifft es in der Regel die Mechanik, die getrennt vom Motor ausgetauscht werden kann.
