Das können Lichttechniken des PKW

Adaptives Licht

Einfaches LED-Licht war gestern! Moderne Fahrzeuge glänzen durch revolutionäres Licht. Die neuen Lichttechniken erhöhen die Fahrsicherheit enorm, indem sie sich an die äußeren Gegebenheiten anpassen. Ob das Adaptive Frontlighting System, das dynamische Kurvenlicht oder die adaptive Hell-Dunkel-Grenze – wir stellen Ihnen die unterschiedlichen Lichttechniken vor. 

Adaptives Licht
Adaptives Licht ermöglicht eine höhere Fahrsicherheit durch bessere Sicht.

Adaptive Frontlighting System (AFS)

Mit dem Adaptive Frontlighting System ist ein Lichtsystem gemeint, dass sich an die Fahrbahngegebenheiten, Geschwindigkeit und Schlechtwettersituation anpasst. Dieses reguliert sich selbstständig durch vordefinierte Lichtverteilungen. Adaptives Licht passt sich dem Umfeld an. Das bedeutet, es gibt für unterschiedliche Bedingungen jeweils ein eigenes Lichtsystem.

Beispiele für adaptives Licht

Stadtlicht: Bei niedriger Fahrtgeschwindigkeit bis zu 50 km/h reguliert sich der Lichtkegel automatisch so, dass die Straße breiter ausleuchtet wird. Fußgänger und Objekte am Fahrbahnrand werden dadurch frühzeitig erkannt.

Landstraßenlicht: Bei einer Fahrtgeschwindigkeit von etwa 50 km/h bis etwa 120 km/h wird das Landstraßenlicht aktiviert. Dieses leuchtet die Straße weiträumiger aus. Gefahrensituationen können so schneller registriert werden.

Autobahnlicht: Das Autobahnlicht schaltet sich ab einer Geschwindigkeit von 120 km/h an und sorgt für die Ausleuchtung der mehrspurigen Fahrbahn. Die Sichtweite bei diesem Licht kann von 65 auf 110 Meter vergrößert werden. Bei hohen Geschwindigkeiten – wie man sie auf Autobahnen fährt – ist diese Sicht von Vorteil, um in Gefahrensituationen schneller reagieren zu können.

Schlechtwetterlicht: Das Schlechtwetterlicht schaltet sich automatisch ein, wenn der Regensensor Niederschlag feststellt. Dabei wird die linke Fahrbahn besser ausgeleuchtet und die Reflexionen des Lichtes werden verringert. Durch die Verringerung der Blendung anderer Fahrzeuge und einem selbst, verbessert das AFS die Sicht zusätzlich. 

Die adaptive Hell-Dunkel-Grenze

Jeder Autofahrer kennt die Situation: Es ist dunkel, die Fahrbahn ist frei und man schaltet das Fernlicht für eine bessere Sicht an. Sofort stellt sich ein sicheres Fahrgefühl ein – wären da nicht die entgegenkommenden Fahrzeuge. Um den Gegenverkehr nicht zu blenden, muss das Fernlicht immer wieder ausgeschaltet werden. Die adaptive Hell-Dunkel-Grenze ist genau auf solche Situationen ausgerichtet. Das System erkennt andere Fahrzeuge an der Beleuchtung und regelt die Scheinwerfer automatisch.

Die adaptive Hell-Dunkel-Grenze verhält sich folgendermaßen:

  • Regulierung des Scheinwerferlichts bei entgegenkommendem Fahrzeug
    Auf einer freien Straße schaltet das System automatisch auf Fernlicht. Bei Gegenverkehr wird das Fahrzeug schon von 700-800 Metern Entfernung von der im Fahrzeug installierten Kamera erkannt. Demnach regelt sich das Licht automatisch: Der Lichtkegel verändert und verkleinert sich auf der Seite des Gegenverkehrs so, dass dieser unmittelbar vor der Stoßstange des entgegen kommenden Fahrzeuges endet. Dabei wird dem Fahrer immer noch die maximale Sicht gewährleistet – und das, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.
  • Regulierung des Scheinwerferlichts bei vorausfahrendem Fahrzeug 
    Das gleiche Prinzip ist auch auf ein vorausfahrendes Fahrzeug zu übertragen. Hier wird das Rücklicht in 300-400 Meter Entfernung erkannt. Das Scheinwerferlicht reguliert sich, je näher man dem vorausfahrendem Fahrzeug kommt. Mit dieser Technik kann die Licht-Reichweite von etwa 60 Meter auf 200 Meter erhöht werden.
  • Regulierung des Scheinwerferlichts nach Fahrbahngegebenheit
    Auch an den Straßenverlauf passt sich das Scheinwerferlicht an. Ob bei Steigung oder leichtem Abfall – der Lichtkegel bewegt sich mit dem sich verändernden Winkel. Fährt man über eine Fahrbahnerhebung, wird das Licht abgesenkt, bei absteigender Fahrbahn hebt sich das Licht an.

Wie funktioniert die Technik der Hell-Dunkel-Grenze?

Möglich ist die Technik der Hell-Dunkel-Grenze durch das Zusammenspiel von der im Scheinwerfer integrierten Kamera, dem Steuergerät und dem Variox Projektionsmodul. Im Scheinwerfergehäuse befindet sich eine kleine Frei-Form Walze. Abhängig vom Schwenkmodul und der Walzenstellung wird das Lichtverhältnis an die Straßengegebenheiten und den Verkehr angepasst.

Adaptive Forward Lighting (AFL): Das adaptive Kurvenlicht

Das adaptive oder auch dynamische Kurvenlicht passt sich Kurven und Straßengegebenheiten an und sorgt durch schwenkbare Scheinwerfer für eine bessere Sicht bei Nacht auf kurvigen Strecken. Dieses ist mit Sensoren ausgestattet, die ununterbrochen

  • Geschwindigkeit und
  • Lenkeinschlag

erfassen. Daraus wird der Kurvenverlauf berechnet und das Scheinwerferlicht bewegt sich in die entsprechend notwendige Richtung. Ergo: höhere Sicherheit durch frühere Erkennung von Hindernissen und bessere Ausleuchtung des Straßenverlaufs. In manchen Fällen ist im Kurvenlicht auch das Abbiegelicht integriert. Dieses ist eine Variante des Kurvenlichts und ist bei einer Geschwindigkeit bis zu 40 km/h aktiv. Das Abbiegelicht reguliert sich durch Blinker und Lenkungswinkel und hilft beim Einparken und Rangieren.

Mehr über Lichttechnik und adaptives Licht erfahren Sie bei den Herstellern Valeo, Hella und Bosch.

Artikel vom 19.02.2016 aus der Kategorie: Fernlicht Quelle: Hella | Bosch | mein-autolexikon.de

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