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Additive
Additive sind Zusätze, die dem Kraftstoff, dem Motoröl, dem Getriebeöl und dem Kühlerschutzmittel hinzugefügt werden, um deren Eigenschaften zu verbessern. Kraftstoffe und Öle werden bereits in der Raffinerie additiviert. Ohne Additive könnten weder Treibstoff noch Öl die geforderte Leistung erbringen. Würden moderne Fahrzeuge Kraftstoff ohne Additive tanken, kämen sie kaum von der Stelle. Motoröl ohne Additive könnte den Belastungen in modernen Motoren kaum standhalten und würde sie sogar zerstören. Additive sind also nicht nur gut verträglich – sie sind sogar lebenswichtig für das Auto. Jeder Autofahrer nutzt sie ständig, meistens jedoch unbewusst.
Viele Aufgaben!
Die Aufgaben der Additive sind sehr vielfältig: Sie müssen eine reinigende Wirkung haben, mechanische Bauteile pflegen und sie vor Verschleiß schützen. Ferner tragen sie zur Qualitätsverbesserung, zum Korrosionsschutz, zur Schaumminderung und zur Leistungssteigerung bei. Bei Motorölen werden die Additive je nach Motorenkonzept und Anforderungen des Automobilherstellers speziell an die jeweiligen Anforderungen angepasst.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Additiven, und zwar Additive, die Kraftstoffen und Ölen bereits in der Raffinerie beigemischt werden. Auf diese hat der Autofahrer keinen Einfluss. Anders jedoch bei Additiven, die im Fachhandel erworben werden können und dem Motoröl oder dem Kraftstoff nach Anweisung des jeweiligen Anbieters zugemischt werden. Diese verleihen den Betriebsstoffen zusätzliche Eigenschaften, die in vielen Fällen Probleme lösen und teure Reparaturen verhindern können.
So helfen zusätzliche Additive, Geld zu sparen. Die Vorteile von Additiven werden für den Autofahrer schnell sicht- und spürbar, etwa wenn der Kraftstoffverbrauch sinkt oder der Motor wieder runder läuft. Noch stärker ins Gewicht fallen die indirekten Vorteile: Werden der Motor, das Öl- und das Kraftstoffsystem durch Zusätze gereinigt, gepflegt und konserviert, erhöht das die Zuverlässigkeit des Autos, hilft teure Reparaturen zu verhindern und steigert die Lebensdauer des Fahrzeugs. Während eines Fahrzeuglebens können so leicht einige tausend Euro gespart werden.
Zusätzliche Additive sind nützliche Hilfsmittel, aber keine Wundermittel. Natürlich können sie dabei helfen, zum Beispiel den Kraftstoffverbrauch zu senken. Aber Versprechungen wie „senkt den Spritverbrauch um ein Drittel“ sind physikalisch nicht haltbar und unseriös. Derartige Aussagen werden von namhaften Unternehmen nicht zu hören sein. Diese können auf Tests mit anerkannten und bekannten Prüfinstituten verweisen, welche die Wirksamkeit der Zusätze in Versuchen bestätigt haben.
Super-E10-Kraftstoff
Seit Anfang 2011 wird an Tankstellen E10-Kraftstoff angeboten. Dieses spezielle Super-Benzin enthält 10 Prozent Ethanol. Das handelsübliche Benzin mit 5 Prozent Ethanol wird vorerst weiter angeboten. Aus technischen Gründen können nicht alle Fahrzeuge mit E10-Kraftstoffen betrieben werden. Beim Einsatz von E 10 kann es zu folgenden Problemen kommen, die teilweise mit zusätzlichen Additiven verhindert werden können:
– Korrosion an Leichtmetall-Bauteilen wie Aluminium. Der im Kraftstoff enthaltene Alkohol führt mit der Zeit zur Säurebildung. Dies führt zu Korrosion an Aluminium und Magnesium. Additive wie Bezinstabilisatoren können dem entgegenwirken beziehungsweise die Korrosion verhindern.
– Unverträglichkeit mit einigen Dichtungen. Bei älteren Fahrzeugen sind beim Betrieb mit E-10-Kraftstoff Unverträglichkeiten mit altem Dichtungsmaterial möglich. Aktuell gibt es keinen Kraftstoffzusatz, der dieses Problem löst. Deshalb können Fahrzeuge, die nicht für E-10 freigegeben sind, nicht mit Kraftstoffzusätzen für den neuen Kraftstoff tauglich gemacht werden.
– Erhöhte Ablagerungen an Einlassventilen, Einspritzdüsen und im Brennraum. Der höhere Alkoholanteil im Kraftstoff führt zu vermehrten Ablagerungen an Einlassventilen, Einspritzdüsen und im Brennraum. Spezielle Reinigungsadditive lösen bereits vorhandene Ablagerungen. Wer von Beginn an prophylaktisch auf die passenden Additive setzt, vermeidet Rückstände und Ablagerungen. Dies sichert die Zuverlässigkeit und eine hohe Laufleistung des Motors.
Additive dienen nicht der Fahrsicherheit, wie es beispielsweise Bremsen, Sicherheitsgurte oder Airbags tun. Doch die Zusätze leisten einen wertvollen Beitrag zur Betriebssicherheit eines Autos. Spezielle Additive gewährleisten zum Beispiel, dass Dieselkraftstoff bei extremen Minustemperaturen immer noch fließfähig ist und nicht versulzt.
Je nach Eigenschaft halten Additive den Motor von innen sauber oder können ihn, wenn er bereits verschmutzt ist, reinigen. Wie wichtig das ist, verdeutlicht folgendes Szenario: Mit der Zeit können sich unter anderem im Einspritzsystem Ablagerungen aufbauen. Damit verliert der Wagen schleichend, kaum bemerkbar, an Leistung. Irgendwann treten Funktionsstörungen auf, die einen Besuch in der Werkstatt samt teurer Reparatur unumgänglich machen. Wird der Schaden nicht behoben, kann im schlimmsten Fall ein Motorschaden während der Fahrt auftreten. Wenn dann ein Unfall droht, handelt es sich spätestens jetzt bei Additiven auch um ein Sicherheitsthema. Mit dem Einsatz von Additiven bleibt das Aggregat zuverlässig, leistungsstark und betriebsbereit oder wird nach der Reinigung wieder in diesen Zustand versetzt. Auf auf ein akkurat funktionierendes Triebwerk kann sich der Autofahrer jederzeit verlassen.
Zusätze schonen die Umwelt. Denn saubere Aggregate verbrennen den Kraftstoff effizient und nutzen die darin enthaltene Energie optimal. Damit verbrauchen sie weniger Kraftstoff als ein mit Ablagerungen verschmutzter Motor. Teilweise senken Zusätze sogar den Kraftstoffverbrauch. Und weniger verbrannter Kraftstoff bedeutet einen geringeren CO2-Ausstoß. Das bedeutet ein Plus für die Umwelt.
Im Fachhandel ist eine große Auswahl an Additiven erhältlich. Sie helfen sowohl bei neueren als auch bei älteren Fahrzeugen, die Kosten zu senken, Reparaturen zu vermeiden und den Wert des Autos zu erhalten.
Bei neueren Fahrzeugen kann der Einsatz von Additiven aus folgenden Gründen sinnvoll sein:
– Einfahren. Ein neues Auto muss erst eingefahren werden. Die Bauteile des Motors werden heute zwar sehr präzise gefertigt. Trotzdem müssen sie sich im Zusammenspiel erst „einschleifen“. Bestimmte Zusätze für das Motorenöl unterstützen unter anderem auch das Einfahren, indem sie die Schmierung unterstützen und übermäßigen Verschleiß beim „Einschleifen“ verhindern.
– Pflege. Ein neuer, eingefahrener Motor befindet sich in Bestform. Aber Verschleiß und Verbrennungsrückstände setzen ihm nun Kilometer für Kilometer zu, reduzieren seine Leistung, erhöhen seinen Verbrauch und machen ihn anfällig für Ausfälle und Reparaturen. Das Ziel sollte daher sein, den Motor von Anfang an möglichst sauber und verschleißfrei zu halten. Das leisten spezielle Reinigungsadditive.
– Kraftstoffqualität. Moderne Motoren sind auf eine hohe Kraftstoffqualität angewiesen. Diese kann von Land zu Land, manchmal sogar von Tankstelle zu Tankstelle unterschiedlich sein. Mit minderwertigem Kraftstoff bringt der Motor nicht mehr die volle Leistung, läuft unruhig, der Kraftstoff verbrennt nicht mehr sauber, Rückstände lagern sich im Inneren des Motors an und können zu Schäden führen.
Folgende Gründe sprechen für die Anwendung von Additiven in älteren Fahrzeugen:
– Geräuschentwicklung. Mit zunehmendem Alter wächst der Verschleiß im Motor. Dadurch werden auch die Motorengeräusche lauter. Spezielle Öl-Additive verringern die Reibung im Motor, beispielsweise mit Hilfe von MoS2, und reduzieren so auch die Geräuschbildung.
– Stillgelegte Fahrzeuge. Benzin ist nicht unbegrenzt haltbar, sondern altert. Mit dem richtigen Zusatz kann dieser Alterungsprozess verlangsamt und gleichzeitig das Kraftstoffsystem vor Korrosion geschützt werden. Das ist bei Autos, Motorrädern und Booten wichtig, die mehrere Monate nicht genutzt werden. Auch bei anderen Benzinmotoren wie Rasenmähern und Kettensägen, die längere Zeit nicht in Betrieb genommen werden, ist das sinnvoll. Andernfalls drohen Motorprobleme durch überlagertes Benzin und Motorschäden durch Korrosion. Bei Dieselfahrzeugen können sich durch lange Standzeiten Bakterien, Hefen und Schimmelpilze im Kraftstoff vermehren. Sie können das gesamte Kraftstoffsystem verunreinigen und den Filter verstopfen – eine teure Reparatur und aufwändige Tankreinigung sind die Folge. Antibakterielle Diesel-Zusätze sind Problemlöser und Vorbeugung in einem: Sie entkeimen das Kraftstoffsystem und beugen dem Entstehen neuer organischer Verunreinigung vor.
– Ölverlust. Wenn das Auto Öl verliert, können in die Jahre gekommene Motordichtungen die Ursache hierfür sein. Auch für dieses Einsatzgebiet gibt es Additive. Sie regenerieren spröde Dichtungen und machen sie weich und geschmeidig. Das beseitigt den Ölverlust. Diese Inhaltsstoffe brauchen 600 bis 800 Kilometer Fahrstrecke, um ihre Wirkung zu entfalten.
– Verschmutzter Ölkreislauf. Mit der Zeit sammeln sich Asche, Ruß und Abrieb im Motoröl an. Das ist einer der Gründe, warum das Motoröl regelmäßig gewechselt werden muss. Diese Partikel setzen sich im Ölkreislauf ab und können die Schmierung beeinträchtigen – bis hin zum Motorschaden. Hier helfen reinigende Zusätze. Ein solches Additiv wird je nach Anweisung des Anbieters vor dem Ölwechsel zugegeben. Seine Reinigungswirkstoffe lösen die Ablagerungen, die dann beim Wechsel des Schmierstoffes zusammen mit dem Altöl abgelassen werden.
– Verschmutzter Kühler. Im Kühler entstehen mit der Zeit Ölreste und Kalk. Diese Rückstände können die Kühlleistung einschränken und langfristig den Kühler beschädigen. Abhilfe schaffen Kühlerreiniger, die einfach ins Kühlwasser gegeben werden. Nach einiger Zeit wird das Kühlwasser mitsamt des nun darin gelösten Schmutzes abgelassen. Danach füllt man in den gesäuberten Kühler frisches Kühlwasser. Die Kühlwirkung und Heizleistung werden dadurch verbessert.
– Undichte Kühler. Bei Undichtigkeiten im Kühlersystem kann man das Problem mit Zusätzen lösen. Solche Mittel dichten kleine Leckagen sofort und vollständig ab. Das ständige Nachfüllen von Kühlwasser und die aufwändige Suche nach den undichten Stellen entfallen.
