Die Dachlast verunsichert Autodach-Camper oft – wir klären auf!

Dachzelt Dachlast - das ist zulässig!

Dachzelt aufs Auto packen, ausklappen, hochsteigen und einschlafen… Das Übernachten im Zelt auf dem Autodach könnte so einfach sein, wäre da nicht die lästige Last mit der Dachlast! Jedes Fahrzeugmodell hat eine individuelle Höchstgrenze für das Gewicht, das auf dem Dach des Wagens lasten darf. Diese Grenze wird meist schon von den Querträgern und dem Dachzelt erreicht – Insassen und Gepäck kommen dann noch obendrauf. Ist das überhaupt zulässig? Und gilt die Gewichtsgrenze nur für fahrende oder auch für stehende Fahrzeuge?

Die zulässige Dachlast wird immer überschritten

Eigentlich ist es ja ganz einfach. Will man wissen, was man auf sein Dach packen darf, konsultiert man das Hersteller-Handbuch des Autos. Dies gibt Auskunft über die zulässige Dachlast, die bei den meisten PKW zwischen 75 und 100 Kilo liegt. Nanu, das reicht dann gerade mal für das Dachzelt! Was aber ist mit den Querträgern und dem Gepäck? Und den Insassen? Vater, Mutter und zwei Kinder kommen schnell zusammen auf 250 Kilo und mehr. Laut Handbuch darf ich mein Dachzelt also zwar montieren, nicht aber darin übernachten? Keine Panik, das geht. Dabei sollten ein paar einfache Regeln eingehalten werden:

Zelt und Querträger zusammen sollten die angegebene Dachlast nicht überschreiten! Zelt, Querträger, Insassen und Gepäck zusammen sollten unter der zulässigen Gesamtmasse des Autos liegen

Unterschied zwischen stehendem und fahrenden Auto

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Autohersteller aus Sicherheits- und versicherungs- technischen Gründen eine Maximal-Dachlast angeben. Damit soll gewährleistet werden, dass der Schwerpunkt auf dem Auto nicht zu hoch ist und bei Beschleunigung oder in scharfen Kurven zusammen mit der g-Kraft ein Umkippen des Wagens bewirkt. Auch das Verhalten des Wagens beim Bremsen oder Beschleunigen darf nicht durch ein zu hohes Gewicht auf dem Dach beeinträchtigt werden.

Gleichzeitig hält fast jedes Autodach, wenn sich der Wagen überschlägt und auf dem Dach landet, sogar das Gesamtgewicht des Fahrzeugs aus. Fazit: die tatsächliche Dachlast liegt sicher um einiges höher als das, was der Hersteller angibt. So müsste jedes Autodach zumindest im Stand ein Gewicht von mindestens 400 Kilo tragen können.

Und das ist der nächste unklare Punkt: Autohersteller unterscheiden bei der Angabe der zulässigen Dachlast leider nicht zwischen dem fahrenden und dem stehenden Auto. Dabei wäre letztere natürlich fürs Dachzelten relevant. Fest steht, der Hersteller haftet nur bis zum angegebenen Grenzwert, aber im Stand kann ein Autodach um ein Vielfaches höher beladen werden als es die angegebene zulässige Dachlast vorschreibt, da hier keine g-Kräfte am Werke sind.

Die Autohersteller sind sich uneins über das Dach-Gewicht. Der VW-Konzern will seine Dachlast-Angabe sowohl für den statischen als auch für den dynamischen Zustand verstanden wissen und macht deutlich, bei überschrittener Dachlast für entstandenen Schaden nicht haften zu wollen. Andere Hersteller (z.B. Mercedes und Mini) beziehen die maximale Dachlast eher auf den fahrenden Zustand des Wagens und sehen eine Beladung des Dachs über dem angegebenen Wert weniger kritisch.


Auf die Querträger kommt es an

Trotzdem noch unsicher? Denn: Hüpfe ich auf meinem Autodach herum, entstehen durchaus leicht Beulen im Blech. Wie ist das dann erst, wenn die ganze Familie samt Gepäck dort oben haust? Ander als beim punktuellen Druck auf das Blech (etwa beim Springen), verteilt sich das Gewicht bei der Dachzelt Dachlast samt Insassen und Gepäck über eine weitaus größere Fläche.

Damit diese Fläche auch eine maximale Ausdehnung auf dem Autodach findet, ist das richtige Anbringen der Querträger, also der Dachträger wichtig. Empfohlen wird ein Abstand von 70 bis 80 cm. Wo´s möglich ist, gerne sogar auch mehr. Denn, je weiter der Abstand der Querträger, desto mehr verteilt sich das Gewicht auf dem Auto-Dach.

Hält man diese grundlegenden Regeln und Tipps zum Thema „Dachlast“ ein, dürfte diesbezüglich nichts mehr schiefgehen. Doch halt! Wo darf ich eigentlich nächtigen mit meinem Dachzelt? Auskunft gibt unsere kleine Liste. Generell gilt: wo keiner ist, kann sich auch keiner beschweren. Abstand vom Zelten nehmen sollte man jedoch an Orten, wo dies ausdrücklich untersagt ist. Wichtigste Regel: Fragen kostet nichts. Einfach mal ausprobieren und sich davon überraschen lassen, wie viele Menschen freigebig ihre Grundstücke zur Verfügung stellen!

Hier darf man Dachzelten:

  • Auf ausgewiesenen Campingplätzen
  • Auf Privatgrundstücken, wenn man fragt
  • In Skandinavien ist Wild-Zelten erlaubt (siehe „Jedermannsrecht“)
  • Ebenso in Schottland
  • In der Wildnis, wenn man sich nicht erwischen lässt
  • In Deutschland in der Natur überall dort, wo es nicht ausdrücklich verboten ist (Bußgelder für Ordnungswidrigkeit werden selten ausgestellt)

Hier darf man nicht Dachzelten:

  • In Natur-, Wild- und Wasserschutzgebieten
  • Auf öffentlichen Plätzen und Straßen
  • In der Wildnis, v.a. in Südeuropa (hohe Bußgelder drohen)
  • Auf Privatgrundstücken (nur mit Einverständnis des Eigentümers)

Das sollten Dachzelter in der Natur beachten:

  • Keinen Lärm machen
  • Kein Öl, Benzin oder Chemikalien (Chemietoilette) wegschütten
  • Keinen Müll hinterlassen
  • Den Ort im Zweifelsfall sauberer hinterlassen als man ihn vorgefunden hat
  • Keine Essenreste liegenlassen (gut gemeint, schadet aber vielen Tieren)
  • Kein Lagerfeuer in trockenen Gebieten
  • Den Platz rasch räumen, wenn sich jemand gestört fühlt
  • Tiere, Pflanzen und Menschen respektieren
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