Frühlingsspecial

Machen Sie Ihr Auto frühlingsfit

Während der Wintermonate ist Ihr Auto Regen, Schnee, Eis, Wind und Nebel und damit einhergehend auch Salz und Rollsplitt ausgesetzt.

Darunter leidet nicht nur die Optik Ihres Wagens, sondern auch die Mechanik und Elektronik. Sobald blauer Himmel und steigende Temperaturen das Ende der kalten Jahreszeit erahnen lassen, sollten Sie Ihr Fahrzeug gründlich untersuchen, um auf Dauer ernsthafte Schäden zu vermeiden. Für den Frühjahrscheck haben wir die ultimative Zehn-Punkte-Liste zusammengestellt.

1. Frühjahrsputz

Befreien Sie Ihren Wagen von Winterschmutz: Schlamm, Streusalz, Split und Wasserflecken ziehen Ihren Wagen über die kalten Monate in Mitleidenschaft. Zeit, diesen mal gründlich zu reinigen! Bevor Sie Ihr Auto in die Waschanlage fahren, sollten Sie unbedingt mit einem Hochdruckreiniger hartnäckige Schmutzpartikel entfernen — Salz und Split wirken andernfalls wie Schmirgelpapier auf dem Lack und hinterlassen unschöne Kratzer.

Kontrollieren Sie das Auto nach der Wäsche auf Lackschäden — insbesondere die Stellen um die Wagenfront und im Bereich der Radausschnitte. Steinschäden und andere kleinere Beschädigungen des Lacks sollten Sie unmittelbar mithilfe eines Lackstifts behandeln - sonst führen diese schnell zu Rostpickeln. Präventiv können Sie an dieser Stelle auch den Lack gegen Sonne und Pollen konservieren. Vergessen Sie bei dieser Reinigung die Radkästen nicht — hier setzt sich der Schmutz besonders fest. Am einfachsten lässt sich dieser Bereich beim Reifenwechsel reinigen.

Auch den Unterboden des Wagens zu säubern, macht nach dem Winter unbedingt Sinn: Die in Streusalzen enthaltenen Chloride bringen den Unterboden mit der Zeit zum korrodieren. Bereits vorhandene Korrosion kann bei dieser Gelegenheit direkt ausgebessert bzw. behoben werden. Dies ist zwar nicht ganz ohne Aufwand und zeitintensiv; lohnt sich aber. Reinigen Sie die Scheiben schließlich auch von innen. Ein gut in Stand gehaltenes Auto macht nicht nur optisch einiges her, sondern es lohnt sich auch finanziell: Regelmäßige Pflege erhält den Wagenwert – und das bringt dann spätestens beim Wiederverkauf bares Geld.

 

2. Beleuchtung prüfen

Die Beleuchtungseinrichtungen an Fahrzeugen müssen nach § 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) funktionsfähig sein. Vor allem nach dem Winter empfiehlt sich eine Kontrolle der Leuchtmittel: Feuchtigkeit und Rollsplitt können leicht zu Beschädigungen an den Scheinwerfern Ihres Autos führen. Sie sollten also sämtliche Außenlichter - Blinker, Rücklichter, Scheinwerfer sowie die Beleuchtung der Nummernschilder - auf ihre Funktionalität überprüfen.

Übrigens: Viele Werkstätten bieten einen kostenlosen Lichtservice an. Hier werden auch der Lichtpegel, die Lichtintensität und die Reichweite der Scheinwerfer überprüft.

Beschädigte Leuchten sollten Sie unverzüglich austauschen lassen.

3. Reifen, Fußmatten und Winterzubehör

Ab Anfang April — sobald man davon ausgehen kann, dass Schnee, Eis und Frost nicht zurück kommen — beginnt die Zeit für Sommerreifen. Diese bieten aufgrund ihrer speziellen Gummimischung und ihres Profils mehr Grip bei trockener wie nasser Fahrbahn - das sorgt für mehr Fahrstabilität und einen kürzeren Bremsweg. Beim Wechsel von Winter- auf Sommerräder muss auf die Profiltiefe geachtet werden. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 mm, die an den Verschleißanzeigern abgelesen werden können. Es empfiehlt sich allerdings aus Gründen der Verkehrssicherheit für Sommerreifen eine Restprofiltiefe von mindestens 3 mm.

Weiter geht’s: Ihre Gummifußmatten können Sie jetzt gründlich reinigen und gegen die Sommerfußmatten eintauschen. Den Fußraum sollten Sie vorher auf Restfeuchtigkeit überprüfen und in jedem Fall vollständig trocknen lassen. Schneebesen und Eiskratzer haben auch Sommerpause — genauso wie anderer unnötiger Ballast: Schneeketten und Streusalz können über die nächste Zeit verbannt werden. Sollten Sie eine Dachbox und Skigepäckträger montiert haben, sollten Sie mit diesen ebenfalls nach der Skisaison keinen Meter zu viel zurück legen, denn sie erhöhen den Verbrauch: Jedes Kilo an Bord kostet Kraftstoff, pro 100 Kilogramm sind es bis zu 0,3 Liter mehr Sprit auf 100 Kilometer.

4. Scheibenwischer prüfen

Auch die Scheibenwischer haben über den Winter gelitten — häufig beschädigen Raureif und Eiskrusten die Wischblätter; das Gummi wird porös. Überprüfen Sie diese und tauschen sie, wenn nötig, mindestens jedoch ein mal im Jahr aus. Eindeutige Zeichen für Schäden und verminderte Tauglichkeit sind quietschende Geräusche und unsaubere Bewegungen und nicht entfernte Rückstände auf der Scheibe bei eingeschalteten Scheibenwischern.

Filter verhindern, dass Pollen, Pilzstaub, Ruß und Abgase ins Fahrzeug gelangen. Besonders Allergiker profitieren im der Pollensaison von der Funktion eines Filters. Vor dem Frühling empfiehlt sich eine Kontrolle und der eventuelle Wechsel der Filter.

5. Luft- und Innenraumfilter, Pollenfilter

Der Luftfilter sollte gesäubert bzw. wenn nötig erneuert werden, damit sich die Motorleistung nicht verringert. Spätestens nach 15.000 Kilometern sollte zusätzlich der Innenraumfilter ausgetauscht werden, denn hier sammeln sich Staub, Abgase und Pollen an. Ebenfalls verschlissen ist womöglich der Pollenfilter. Ist dies der Fall, sollten Mängel behoben werden — im Frühling werden Sie so gegen Insekten, Pollen und Blütenreste geschützt.

6. Batterie

Im Winter wird die Batterie Ihres Wagens enorm beansprucht: Aufgrund von niedrigeren Temperaturen läuft sie kontinuierlich auf Hochtouren. Das kann unter Umständen die Leistung erheblich beeinflussen — ab 0°C sinkt die Leistung einer Autobatterie um rund 20 Prozent. Kontrollieren Sie diese deshalb nach der kalten Jahreszeit gründlich: Lassen Sie die Batterie von möglichen Korrosionen befreien und die Leistung und Säuredichte überprüfen.

7. Bremsen prüfen

Während dem Reifenwechsel bietet sich eine Inspektion der Bremsen an. Hierbei sollte ein Fachmann überprüfen, ob und in wie weit die Bremsen verschlissen sind. Zudem sollte der Zustand der Bremsflüssigkeit und der Dichtungen und Gummiteile kontrolliert und eventuelle Mängel behoben werden.

8. Motorpflege und Flüssigkeiten

Wenn nötig, das heißt, falls Ihr Motor ebenfalls durch Salz und anderen rostfördernden Schmutz in Mitleidenschaft gezogen wurde, sollten Sie auch diesen säubern lassen. Die Betonung liegt hierbei auf „säubern lassen“ — die Motorwäsche sollten Sie dem Fachmann überlassen, denn hier kann einiges schief gehen, beispielsweise, wenn Sie den Dampfstrahler falsch einsetzen. Bei dieser Gelegenheit können Sie den Motor auch konservieren lassen.

Zudem sollten sämtliche Flüssigkeitsstände wie Motoröl, Kühlflüssigkeit und Scheibenreiniger überprüft und aufgefüllt werden.

9. Türscharniere

Nach viel Feuchtigkeit in Kombination mit klirrender Kälte und Vereisungen im Winter tendiert so manches Tür- oder Haubenscharnier zum Quietschen. Etwas Öl oder Sprühfett schaffen hier Abhilfe und begünstigen eine längere Lebensdauer der Scharniere. Reinigen Sie auch diese wenn möglich vorher. Gummidichtungen von Türen und Fenstern sollten Sie mit Gummipfleger bearbeiten. So bleiben sie geschmeidig und werden nicht porös oder brüchig.

10. Abgasanlage prüfen

Zu guter Letzt sollten Sie noch die Abgasanlage Ihres Wagens inspizieren — kalte und nasse Witterungsbedingungen könnte auch hier zu Beschädigungen wie kleinen Löchern geführt haben. Sollte das der Fall sein, lassen Sie den beschädigten Teil unbedingt von einem Profi austauschen.

Achtung: Achten Sie im Frühling auch vermehrt auf Kinder, Tiere, Motorrad- und Fahrradfahrer im Straßenverkehr. Wir wünschen Ihnen für die schönen Monate des Jahres eine gute Fahrt!

Artikel vom 07.03.2019 aus der Kategorie: Tipps & Tricks Quelle: mein-autolexikon.de