Tipps und Tricks für Autofahrer

Elektroauto laden: Wie funktioniert das?

Überlegen Sie die Anschaffung eines Elektroautos? Schließlich gibt es derzeit großzügige Förderungen und für den Klimaschutz tut man auch etwas Gutes. Andererseits: Wie sieht eigentlich die Praxis der Elektromobilität aus? Man hört ja so einiges von unzureichender Ladeinfrastruktur, verschiedenen Steckern und dem Tarifchaos der vielen Anbieter von Ladekarten und Apps. Dieser Beitrag verrät Ihnen, wie Sie ein Elektroauto laden können.

Öffentliche und private Ladepunkte

Sie können Ihr E-Auto entweder an einer öffentlichen Ladestation aufladen oder an einer privaten Wallbox.

Ein privater Ladepunkt, neudeutsch “Wallbox” genannt, ist die einfachste und günstigste Möglichkeit, Ihren Stromer zu speisen. Wenn Sie eine Wallbox besitzen. Bis Ende 2021 wurden diese privaten Ladestationen noch mit maximal 900 Euro pro Stück gefördert, aber diese Förderung ist erstmal ausgelaufen.

Mit der Folge, die es immer hat, wenn Subventionen auslaufen: Die Preise fallen. Günstige Angebote gibt’s schon ab 400 Euro.

Theoretisch können Sie Ihr Elektrofahrzeug auch an einer Haushaltssteckdose laden. Experten warnen davor, weil diese Steckdosen nicht über längere Zeit mit dem maximalen Bemessungsstrom von 16 Ampere belastet werden können. Das ist im wahrsten Wortsinne brandgefährlich!

Öffentliche Ladestation

Das Laden an einer öffentlichen Stromtanke ist etwas komplizierter. Wir beschreiben den gesamten Vorgang.

Ladesäule finden

Wenn Sie Ihr Elektroauto unterwegs laden möchten, müssen Sie zuerst herausfinden, wo der nächste Ladepunkt ist. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht im Internet eine Ladesäulenkarte, die immer up-to-date gehalten wird.

Inzwischen ist die Ladeinfrastruktur einigermaßen gut ausgebaut. An immer mehr Parkplätzen, öffentlichen Gebäuden, Parkhäusern und Tank- und Raststätten finden Sie Ladestationen vor.

Der Ladevorgang

Um eine Ladesäule zu benutzen, benötigen Sie ein Ladekabel und eine Ladekarte oder Smartphone-App Ihres Elektromobilitätsanbieters. Notfalls können Sie auch ad-hoc, ohne Vertragsbindung, Ihr Auto laden. Das funktioniert über einen QR-Code, mit dem Sie sich authentifizieren, und der Sie auf eine Abrechnungsseite im Internet weiterleitet.

Das Ladekabel gehört zum Lieferumfang Ihres Elektrofahrzeuges. Die Ladekarte erhalten Sie von Ihrem Stromanbieter. Was es mit den Elektromobilitätsanbietern (auch E-Mobility-Provider oder EMP genannt) auf sich hat, erklären wir in einem separaten Artikel. Soviel sei verraten: Mit Elektroautos ist es wie mit Smartphones. Wer eines hat, braucht dazu auch einen Provider und Tarif.

Die Ladekarte halten Sie nun vor die Steckdose der Ladesäule, um diese zu entriegeln. Alternativ können Sie sich auch über eine Smartphone-App des Anbieters ausweisen. Danach stecken Sie die beiden Anschlüsse des Ladekabels in die entsprechenden Steckdosen, eine an Ihrem Auto und die andere an der Ladestation.

Der Ladevorgang startet automatisch. Dabei wird das Kabel verriegelt. Erst nach beendetem Ladevorgang wird die Verriegelung aufgehoben. Die Entriegelung ist meistens mit der Zentralverriegelung am Auto gekoppelt.

Beim Einstöpseln ist die Reihenfolge egal, beim Ausstöpseln ziehen Sie zuerst den Stecker aus Ihrem Auto, dann den anderen Stecker aus der Ladesäule.

Gleichstrom und Wechselstrom

Die Batterien von Elektroautos können nur Gleichstrom speichern. Aus der Steckdose fließt aber prinzipiell Wechselstrom, auch mit der englischen Abkürzung AC bezeichnet. An AC-Stationen lädt Ihr Auto relativ lange: Erstens beträgt die Ladeleistung nur 11 bis 22 KW und zweitens muss der Wechselstrom zum Speichern in Gleichstrom umgewandelt werden. Der dazu verwendete Ladewandler heißt Onboard-Charger und ist in alle E-Autos eingebaut.

Daneben gibt es auch Schnellladesäulen, an denen Sie direkt Gleichstrom (abgekürzt DC) tanken können. Dieser ist bei den meisten Anbietern teurer, weil die Ladeleistung mit mindestens 50 KW viel höher ist.

Und last but not least existieren immer mehr HPC-Schnellladesäulen mit bis zu 350 KW Ladestrom, wodurch sich die Ladezeit auf ein Minimum verkürzt. Auch HPC-Ladepunkte liefern Gleichstrom. 

Welche Stecker benötigen Sie?

Für Wechselstrom (AC) wird der normale Stecker verwendet, den Sie auch aus dem Haushalt kennen. Präziser gesagt ist es ein europäischer Typ-2-Stecker.

Für DC- und HPC-Ladesäulen, d. h. Schnellladestationen mit Gleichstrom, ist ein Typ-2-Stecker mit zwei zusätzlichen Kontakten nötig. Hierzu gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die Gute: An diesen Ladepunkten ist das Kabel immer fest anmontiert. Sie brauchen also keine zwei verschiedenen Anschlusskabel mit sich zu führen.

Die schlechte: Es gibt für DC-Stationen zwei verschiedene Steckertypen: CCS (Combined Charging System) oder das japanische System CHAdeMO. Sie müssen also im Voraus über eine App herausfinden, ob die von Ihnen angesteuerte Ladestation auch den für Sie passenden Stecker verbaut hat.

Ladestrom bezahlen

Wie Sie sich denken können, wird der Ladestrom über den Weg bezahlt, den Sie für die Entriegelung der Ladesäule genutzt haben: Entweder über die Ladekarte oder App Ihres Anbieters oder über die Bezahl-Website, die Ihnen der QR-Code für die Ad-hoc-Ladung öffnet.

Haben Sie einen Tarif, wird Ihnen Stromanbieter den Preis für die Ladung abbuchen. Beim Ad-hoc-Tanken zahlen Sie über die Website.

Kartenzahlung ab 2023 möglich

Um den Wildwuchs bei EMPs und Tarifen zu stoppen, hat der Gesetzgeber verfügt, dass ab 1. Juli 2023 bei allen Ladesäulen die Zahlung per Girokarte oder Kreditkarte ermöglicht werden muss. Dann wird das Stromtanken genauso einfach sein wie das Tanken an der herkömmlichen Benzintankstelle.

 

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