Scheinwerferlampe

Eine gute Beleuchtung ist ein wesentliches Sicherheitselement. Scheinwerferlampen sorgen dafür, dass die Straßen ausreichend hell beleuchtet werden. Entscheidend dabei ist die Lichtstärke im Fernbereich.

Funktion

Grundsätzlich werden als Scheinwerfer-Lichtquellen Metalldraht-Lampen, Halogenlampen, Xenon-Lampen und LED-Lampen unterschieden. 

Metalldrahtlampen: 
Bei den alten Metalldrahtlampen besteht der Leuchtkörper, auch als Glühwendel oder Glühdraht bezeichnet, aus Wolfram. Durch Zufuhr elektrischer Energie wird die Glühwendel zum Glühen gebracht. 

Die Glühwendel kann im Betrieb sehr heiß werden (bis zu ca. 3.000 °C). Durch die hohen Temperaturen kann sich Wolfram absondern und den Glaskolben von innen schwärzen, was in der Folge zu einer geringeren Lichtausbeute führen kann. Beim Einschalten entsteht zudem kurzzeitig ein hoher Stromstoß, der zur Zerstörung der Wendel führen kann. 

Halogenlampen: 
Die Halogenlampe wurde 1960 eingeführt und hat die Metalldrahtlampen ersetzt. Wie bei der Metalldrahtlampe wird die Wolframwendel durch Zufuhr elektrischer Energie zum Glühen gebracht. Dadurch kommt es zum Abdampfen von Metall von der Wendel. Durch eine Halogenfüllung (Jod oder Brom) in der Lampe steigen die Wendeltemperaturen bis nahe an den Schmelzpunkt des Wolframs (ca. 3400 °C). Hierdurch entsteht die hohe Lichtleistung. 

Seit der Einführung der Halogenlampe im Jahre 1960 sind Halogenlampen als Scheinwerferlampen nicht mehr wegzudenken. Weil sich kein verdampftes Wolfram absetzen kann, bleibt der Glaskolben klar. Im Vergleich zur Standardlampe haben Halogenlampen eine deutlich höhere Leuchtdichte und können somit die Straße besser ausleuchten. 

Es gibt zwei unterschiedliche Halogenlampen-Typen: Die mit H1, H3, H7, H9, H11 und HB3 bezeichneten Lampen haben nur eine Glühwendel. Sie werden für Abblendlicht und Fernlicht eingesetzt. Die H4-Lampe hat zwei Glühwendeln, eine für Abblend- und eine für Fernlicht. Die Glühwendel für Abblendlicht ist dabei mit einer Abdeckkappe versehen. Sie hat die Aufgabe, den blendenden Lichtanteil abzudecken und die Hell-Dunkel-Grenze zu erzeugen. 

Xenon-Lampen: 
Xenon-Lampen, auch als Gasentladungslampen bezeichnet, erzeugen Licht nach dem physikalischen Prinzip der elektrischen Entladung. Durch das Anlegen einer Zündspannung wird das Gas zwischen den Elektroden der Lampe (Füllung mit Edelgas Xenon und einer Mischung aus Metallen und Metallhalogeniden) ionisiert und mit Hilfe eines Lichtbogens zum Leuchten angeregt. Während der kontrollierten Zufuhr von Wechselstrom verdampfen die flüssigen und festen Substanzen aufgrund der hohen Temperaturen. 

Die Xenon-Lampe hat gegenüber der Halogenlampe den Nachteil, dass sie ihre volle Helligkeit erst nach einigen Sekunden erreicht. Demgegenüber stehen eine bessere Straßenausleuchtung, ein geringerer Stromverbrauch, eine geringere Wärmeentwicklung, eine tageslichtähnliche Lichtfarbe und eine höhere Lebensdauer. 

Xenon-Lampen/Gasentladungslampen werden anhand ihrer jeweiligen Entwicklungsversion von D1 über D2 und D3 bis D4 kategorisiert: Das „D“ steht dabei für „Discharge“, das englische Wort für Entladung. 

LED-Lampen: 
Die Entwicklung im Bereich der Scheinwerferlampen schreitet immer weiter voran. So sind bereits erste LED-Nachrüstlampen (LED = Licht-emittierende Dioden) erhältlich, die legal genutzt werden können: Mit diesen Nachrüstlampen können Autofahrer ihre Halogenfrontbeleuchtung auf LED-Technik umrüsten. Bislang sind LED-Nachrüstlampen nur für ausgewählte Fahrzeugmodelle in bestimmten erhältlich. 

LED-Lampen bieten mehr Helligkeit und eine höhere Farbtemperatur als Halogenlampen. Die Lampe realisiert so eine große Reichweite. Die LED-Technologie ermöglicht eine deutlich längere Lebensdauer im Vergleich zu herkömmlichen Halogenlampen und muss entsprechend seltener getauscht werden. Zudem verbraucht eine LED-Lampe weniger Energie.

Beleuchtungsstärke der Scheinwerferlampen

Eine gute Beleuchtung ist ein wesentliches Sicherheitselement. Daher arbeiten Lampenhersteller kontinuierlich an Weiterentwicklungen und Verbesserungen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Lampen für den Ersatzteilmarkt, die die Straße heller erleuchten, als die in der Erstausrüstung eingesetzten Standardlampen.

Die Gesamtlichtmenge in den ECE-Vorschriften ist für den jeweiligen Lampentyp genau festgelegt und darf nicht über die zulässige Toleranzgrenze hinaus erhöht werden. Die höhere Beleuchtungsstärke muss somit auf eine andere Art erfolgen. Lampen, die mehr Licht auf die Straße bringen, haben eine kompaktere, dafür aber hellere Glühwendel als eine Standardlampe. Dadurch kann der Scheinwerfer die zur Verfügung stehende Lichtmenge besser und gezielter in den wichtigen Fernbereich auf der Straße lenken.

Die besten Halogenlampen erreichen heute eine bis zu 100 Prozent höhere Beleuchtungsstärke im Fernbereich zwischen 50 und 75 Metern auf der rechten Fahrbahn. Neben Halogenlampen gibt es folgende Lampen:

  • Bläulich beschichtete Lampen, die eine ähnlich hell-weiße Lichtfarbe erzeugen, wie beim Xenon-Licht
  • Spezielle LongerLife-Lampen, die eingesetzt werden, wenn die Glühwendel durch eine erhöhte Bordspannung im Fahrzeug besonders stark beansprucht wird

Sicherheit

Licht ist ein aktives Sicherheitselement. Im Gegensatz zu Sicherheitsgurt oder Airbag, die im Falle eines Unfalls helfen, die Folgen zu mildern, kann gutes Licht Unfälle von vorne herein vermeiden. Die Linse des menschlichen Auges trübt sich im Laufe des Lebens kontinuierlich ein. Im Alter von 40 Jahren benötigt ein Mensch bereits die dreifache Menge an Licht im Vergleich zu einem kleinen Kinde. Darüber hinaus sinkt die Widerstandsfähigkeit des menschlichen Auges gegenüber Blendung alle 12 Jahre um etwa 50 Prozent.

Lampen, die mehr Licht auf die Straße bringen, ohne den Gegenverkehr zu blenden, leisten daher einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Durch den deutlich längeren Lichtkegel kann der Fahrer Hindernisse und Gefahrensituationen rechtzeitig erkennen und sicher reagieren.

Allerdings gibt es im Handel viele billige Lampen aus Asien, die ebenfalls mehr Licht versprechen. Diese erfüllen jedoch oft nicht die Mindestanforderungen der ECE-Vorschriften. Auch besonders blau oder schillernd bunt eingefärbte Lampen versprechen oft mehr als sie bieten. Schlimmstenfalls erzeugen sie gefährliche Blendungen.

Umweltschutz

Halogen-Scheinwerferlampen sind blei-, cadmium- und quecksilberfrei. Das schont die Umwelt vor allem bei der Entsorgung.

Werterhalt

Die Bordspannung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensdauer von Glühfadenlampen. Eine nur um fünf Prozent erhöhte Spannung führt bereits zu einer Halbierung der Lebensdauer. Für diese Fälle bieten Markenhersteller so genannte LongerLife-Lampen mit einer bis zu vierfachen Lebensdauer an.

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