Überladung, Reinigung & Co.

Reifenverschleiß vorbeugen: Diese Sünden sollten Sie vermeiden

Autoreifen sind sicherheitsrelevante Fahrzeugteile, die in einem einwandfreien Zustand sein sollten, um Reifenpannen oder Unfälle zu vermeiden. Doch immer wieder bleiben Autofahrer wegen einem Platten oder ähnlichem liegen. Ursache sind jedoch oft nicht die Herstellung sondern äußere Einwirkungen. Was neben der richtigen Lagerung der Reifen noch wichtig ist, um frühzeitigen Verschleiß und Schäden zu vermeiden, erfahren Sie in unserem Artikel. 

Überladung des Fahrzeuges

Die maximale Traglast der Vorder- und Hinterachse des Fahrzeuges, welche Sie dem Fahrzeugschein entnehmen können, sollte eingehalten werden. Wird das Fahrzeug überladen, verlängert sich der Bremsweg durch das Gewicht. In einer Gefahrensituation kann das zum Verhängnis werden.

Auch Schäden an den Achsen können eine mögliche Folge von Überladung sein. Die negative Auswirkung beschränken sich allerdings nicht nur auf den Bremsweg und die Achsen - auch die Reifen leiden darunter. Diese verlieren bei Überladung durch die hohe Belastung schneller an Profil und auch der Reifendruck nimmt schneller ab. Der Halt auf der Straße ist dann nicht mehr gewährleistet, die Sicherheit gefährdet.

Unter bussgeld-info.de finden Sie ein Tool, mit dem Sie die Höhe der Strafe bei Überladung des Fahrzeuges berechnen können.

Reifenschäden durch Hochdruckreiniger

Gerade nach dem Winter sind Reifen und Felgen durch den Schnee und das Streusalz schmutzig. Die Lösung: ein Hochdruckreiniger, der die Spuren der kalten Jahreszeit wegspült. Doch Vorsicht! Der hohe Druck des Wassers auf den Reifen hat eine starke Erosionswirkung. Durch die hohe Temperatur kommt es zur Blasenbildung und das Gummi verliert an Festigkeit. Im Extremfall kann der Reifen während der Fahrt platzen.

Das bedeutet nicht, dass vollkommen auf die Reifenreinigung mit dem Hochdruckreiniger verzichtet werden muss. Diese ist unbedenklich, wenn der Abstand zwischen dem Reiniger und dem Reifen etwa 20 cm beträgt und eine relativ breit strahlende Düse verwendet wird. Der Strahl sollte bei härteren Verschmutzungen nicht lange auf eine Stelle gerichtet werden.

Autoreifen richtig lagern

Sommerreifen drauf, Winterreifen runter und für eine Saison in den Keller – hört sich unkompliziert an. Doch durch die falsche Lagerung kann der Reifen Schaden nehmen und nicht mehr gebrauchstüchtig sein.

Was muss beachtet werden? Unterschieden wird zwischen Reifen mit und ohne Felgen.

  • Reifen mit Felgen sollten liegend oder hängend gelagert werden.
  • Reifen ohne Felgen hingegen aufgestellt lagern und bestenfalls alle vier Wochen drehen. Das verhindert Druckstellen.
  • Außerdem sollten Reifen trocken und schattig gelagert werden. Also weg von direkter Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit und aggressiven Chemikalien.

Bordsteinkante

Manche Bordsteinkanten sind so hoch, dass ein Auto nur mit Ach und Krach hoch kommt. Ist man einmal oben, sollte das Fahrzeug so geparkt werden, dass die komplette Radfläche Kontakt zum Bordstein hat. Außerdem ein No-Go: Zu nahes Fahren an die Bordsteinkante, wodurch der Reifen eingequetscht wird.

Fremdkörper

Da mal eine Glasscheibe, hier mal ein Stein oder ein Nagel und zack – ist der Fremdkörper im Gummi. Steine im Profil können problemlos entfernt werden. Bei Nägeln und Glasscheiben ist die Situation ernster. Diese sollten – sofern dem Reifen keine Luft entweicht – nicht rausgezogen werden.

Fahren Sie bis zur nächsten Werkstatt. Auf dem Weg dorthin sollten regelmäßig Stopps eingelegt und der Reifendruck kontrolliert werden. Auch wenn es nach dem Entfernen des Fremdkörpers so scheint, dass keine Luft entweicht, sollte der Reifen ersetzt werden. Denn durch den Riss kann Flüssigkeit in den Reifen eindringen, wodurch es zur Bildung von Rost an den Stahldrähten kommen kann.

RDKS ausschalten

Reifendruck-Kontrollsysteme (RDKS) messen den Reifendruck, fassen dessen Veränderung über die Zeit auf und leiten diese Informationen an den Fahrer weiter. Seit 01. November 2012 müssen alle neuen Pkw mit einem ausgestattet sein.

Wird das System deaktiviert, verstößt man gegen die EG-Verordnung. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass andere elektronische Sicherheitssysteme des Fahrzeuges davon Schaden nehmen. Aber auch für den Reifen kann das eine negative Auswirkung haben, gerade wenn selbsttragende Runflat-Reifen verwendet werden. Bei diesen ist oft nicht auf dem ersten Blick ersichtlich, ob ein Reifen an Luftdruck verloren hat. In beiden Fällen wäre die Sicherheit nicht mehr gewährleistet.

Das deaktivieren des RDKS schadet nicht nur der Sicherheit. Auch das Portemonnaie leidet darunter. Laut dem ACE Auto Club Europa muss in dem Fall mit einem Bußgeld von 90 bis 180 Euro gerechnet werden (Tatbestand 214 BKatV). 

Artikel vom 15.07.2016 aus der Kategorie: Wartung und Verschleiß Quelle: mein-autolexikon.de