Was sind Glühkerzen – und wann sollten sie ersetzt werden?

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Nahaufnahme Glühkerze

Glühkerzen sind ein wichtiger Bestandteil von Dieselmotoren. Sie sorgen dafür, dass der Motor auch bei niedrigen Temperaturen schnell und zuverlässig startet. Bei vielen modernen Dieselfahrzeugen unterstützen sie außerdem die Abgasnachbehandlung und tragen zur Regeneration des Dieselpartikelfilters (DPF) bei. Deshalb ist ihr Zustand entscheidend für einen zuverlässigen Motorbetrieb und niedrige Emissionen.

Welche Aufgabe haben Glühkerzen?

Während bei einem Benzinmotor das Kraftstoff-Luft-Gemisch mithilfe einer Zündkerze entzündet wird, funktioniert ein Dieselmotor anders. Hier entzündet sich der eingespritzte Kraftstoff aufgrund des hohen Verdichtungsdrucks selbst – ein Zündfunke ist daher nicht erforderlich. 

Damit ein kalter Dieselmotor dennoch zuverlässig anspringt, kommen Glühkerzen zum Einsatz. Sie erhitzen den Brennraum vor dem Start, sodass der eingespritzte Dieselkraftstoff schneller die für die Selbstzündung erforderliche Temperatur erreicht. 

Glühkerzen wurden bereits in den 1920er-Jahren entwickelt. Ihre Bauweise blieb über viele Jahrzehnte nahezu unverändert. Erst in den 1970er-Jahren wurde die ursprüngliche Technik mit freiliegender Heizwendel durch eine geschützte Heizwendel ersetzt – ein Prinzip, das bis heute verwendet wird. Im Inneren hat sich die Technologie seitdem jedoch kontinuierlich weiterentwickelt.

Warum verschleißen Glühkerzen?

m Gegensatz zu Zündkerzen gibt es für Glühkerzen in der Regel keine vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Wechselintervalle. Deshalb stellt sich häufig die Frage, woran man erkennt, wann ein Austausch notwendig wird. 

Wie jedes Bauteil besitzen auch Glühkerzen nur eine begrenzte Lebensdauer. Entscheidend ist dabei jedoch nicht die gefahrene Kilometerleistung, sondern die Anzahl der Heizzyklen, die sie im Laufe ihres Einsatzes durchlaufen. 

Diese entstehen vor allem bei jedem Motorstart und – bei vielen modernen Dieselmotoren – zusätzlich während der Regeneration des Dieselpartikelfilters. Deshalb lässt sich der Verschleiß nur schwer anhand der Laufleistung bestimmen.

Kurzstrecken belasten Glühkerzen besonders

Veränderte Fahrgewohnheiten mit häufigen Kurzstrecken und vielen Kaltstarts belasten Dieselmotoren stärker als Benzinmotoren. 

Der Grund: Ein Dieselmotor benötigt vergleichsweise lange, bis Motor und Motoröl ihre optimale Betriebstemperatur erreichen. Je nach Fahrzeug und Außentemperatur kann dies mehrere Kilometer dauern. 

Wird der Motor regelmäßig nur auf kurzen Strecken bewegt, erreichen Motor und Öl diese Temperatur oft nicht. Die Glühkerzen müssen dadurch häufiger Kaltstarts unterstützen und verschleißen entsprechend schneller.

Zusätzliche Belastung durch den Dieselpartikelfilter

Bei vielen modernen Dieselmotoren übernehmen Glühkerzen heute noch eine weitere Aufgabe. Sie unterstützen die Regeneration des Dieselpartikelfilters (DPF). 

Während dieses Vorgangs wird die Temperatur der Abgase erhöht, damit sich die im Filter angesammelten Rußpartikel abbrennen können. 

Vor allem Fahrzeuge, die überwiegend auf Kurzstrecken unterwegs sind, benötigen diesen Regenerationsprozess häufiger als Fahrzeuge, die regelmäßig längere Strecken fahren. Dadurch werden auch die Glühkerzen stärker beansprucht. 

Kurz gesagt: Obwohl viele Dieselfahrzeuge heute insgesamt weniger Kilometer zurücklegen, müssen die Glühkerzen häufig intensiver arbeiten – und verschleißen dadurch schneller.

Woran erkennt man verschlissene Glühkerzen?

Erste Anzeichen für verschlissene oder defekte Glühkerzen können unterschiedlich ausfallen. Häufig treten Startschwierigkeiten bei kaltem Motor auf. Auch Probleme bei der Regeneration des Dieselpartikelfilters können auf verschlissene Glühkerzen hindeuten. 

Darüber hinaus können Defekte im Rahmen einer Fahrzeugdiagnose oder bei der Abgasuntersuchung erkannt werden. Je nach Fahrzeug weist außerdem die Glühkerzen-Kontrollleuchte oder die Motorkontrollleuchte auf eine Störung hin.

Häufige Symptome einer defekten Glühkerze

Folgende Anzeichen können auf verschlissene oder defekte Glühkerzen hinweisen: 

  • Die Glühkerzen-Kontrollleuchte oder die Motorkontrollleuchte leuchtet auf. 
  • Der Motor startet – insbesondere bei kalten Temperaturen – nur schwer oder gar nicht. 
  • Direkt nach dem Kaltstart tritt weißer Rauch aus dem Auspuff aus. Das kann auf verschlissene Glühkerzen hinweisen. 
  • Schwarzer Rauch aus dem Auspuff oder ein erhöhter Kraftstoffverbrauch können auf Probleme im Verbrennungsprozess hindeuten – unter anderem auf verschlissene Glühkerzen.
  • Die Regeneration des Dieselpartikelfilters funktioniert nicht mehr zuverlässig.

Glühkerzen sollten vom Fachbetrieb überprüft werden

Der Austausch von Glühkerzen sollte von einer qualifizierten Kfz-Werkstatt durchgeführt werden. Dort können die Glühkerzen mithilfe moderner Diagnosetechnik überprüft und bei Bedarf fachgerecht ersetzt werden. 

Auch wenn Glühkerzen zu den kleineren Bauteilen eines Dieselmotors gehören, haben sie großen Einfluss auf das Startverhalten, den Kraftstoffverbrauch, die Abgasreinigung und die Zuverlässigkeit des Motors. Eine regelmäßige Kontrolle hilft dabei, kostspielige Folgeschäden zu vermeiden und die Leistungsfähigkeit des Motors langfristig zu erhalten.

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